2017 12 Begabung

Das bayerische Bildungswesen bietet eine breite Palette an Maßnahmen, die speziell auf die Förderung von begabten und hochbegabten Schülerinnen und Schülern ausgerichtet sind. Einen guten Überblick dazu finden Sie unter Begabtenförderung an bayerischen Schulen. 

Am Max-Josef-Stift fördern wir talentierte Schülerinnen unter anderem mit folgenden Angeboten:

Zu Beginn dieses Schuljahres sind drei unserer Schülerinnen aus den 10. Klassen (Rachel Henn, Lara Zwicker und Magdalena Wagener) zugelassen worden zum Youth-Science-Club. In Zusammenarbeit mit der LMU eröffnet der MB O-Ost 27 SchülerInnen die Möglichkeit eigenständig Forschung im naturwissenschaftlichen Bereich zu betreiben. Eine der grundlegenden Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens soll gefördert werden: Neugier.

Das Jahresforschungsthema wird von den Schülerinnen und Schülern jeweils selber bestimmt. In diesem Schuljahr fiel die Auswahl auf die „Künstliche Intelligenz“ (vorher: „Genetik“, „Astrophysik“). Die Mitglieder des Clubs bekommen Gelegenheit, Vorträge von Wissenschaftlern zu hören, mit Forschern zu diskutieren und selbst zu experimentieren.

 

History-Club

In Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München eröffnet der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost zwanzig Schülerinnen und Schülern aus der 8. bis 10. Klasse die Möglichkeit, eigenständig Forschung im historischen Bereich zu betreiben. Amelie Kröger und Sophia Volgger vom MJS wurden zugelassen.

Konkret sollen in diesem Club Jugendliche über den Horizont und die Möglichkeiten der Schule hinaus gefördert werden. Sie sollen die Chance erhalten, zusammen mit Gleichgesinnten, selbst zu forschen und selbst Fragen zu stellen. Zugleich erhalten die Schülerinnen und Schüler eine intensive Einführung in die Methoden und Formen wissenschaftlichen Arbeitens.

Inhaltlich geht es um das Thema: „Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau. Alltag in München in den 1940er und 1950er Jahren". Die Schülerinnen und Schüler werden sich dazu selbstständig Quellen und Literatur mithilfe historischer Fragestellungen erschließen, Vorträge von Gastdozenten hören, die Münchner Archivlandschaft kennenlernen und einschlägige Forschungseinrichtungen zum Thema besuchen. Zum Wesen des Forschens gehört schließlich, dass es auf Dauer angelegt ist; daher ist das Projekt nicht als einmalige, sondern als langfristige und regelmäßige Veranstaltung gedacht.

 

Teilnahme am Projekt "Unitag"

Die Universität München bietet hochbegabten Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe (in Ausnahmefällen auch der 10. Klasse) im Sommer- und im Wintersemester den »Unitag« an, eine Maßnahme der Begabtenförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Ziel des Projektes “Unitag“ ist es, leistungsstarken Gymnasias­tinnen und Gymnasiasten oberbayerischer Schulen, einen vertieften Einblick in unterschiedliche Wissenschaftsbereiche zu bieten. Jeden Freitag im Semester werden diese vom regulären Schulunterricht freigestellt, um speziell für sie zusammenge­stellte universitäre Lehrveranstaltungen zu besuchen. So erhalten sie individuelle Spitzenförderung, Einblicke in universitäre Fächerbereiche, Inhalte und Methoden sowie Orientierungshilfe bei der Studien-, Berufs- und Universitäts­wahl.

Die Schülerinnen und Schüler bewerben sich über ihre Schulen und werden vom zuständigen Ministerialbeauftragten ausgewählt. Im Gegensatz zum Frühstudium legen die Schülerinnen und Schüler des »Unitags« zwar keine Prüfungen ab, sie erhalten jedoch in geringem Umfang ECTS-Punkte für ein späteres Studium.

Hier ein kleiner Einblick in den Unitag von einer unserer Schülerinnen:

2019 02 LMU Unitag Sarah Wurmer Q11Im Wintersemester 2018/19 erhielt ich, Sarah Wurmer, Q11, vom Bayerischen Kultusministerium die Möglichkeit, in einer Gruppe mit 29 anderen Schülerinnen und Schülern aus Oberbayern einmal die Woche die Schulbank gegen Unihörsäle zu tauschen. Jeden Freitag besuchten wir die unterschiedlichen Fakultäten der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Eine Vielzahl an Fächern wurde uns vorgestellt. Neben allgemeinen Informationen zu den Studiengängen erhielten wir Fachvorträge und durften in riesigen Hörsälen reguläre Vorlesungen der ersten Semester miterleben.
Wir waren viel unterwegs, besuchten zum Beispiel das paläontologische Institut samt Dinosaurierskeletten und die Forschungsinstitute in Großhadern, aber natürlich auch das Hauptgebäude der LMU am Geschwister-Scholl-Platz. Extern in der Alten Pinakothek brachte uns ein Kunsthistoriker Altdorfers Alexanderschlacht näher.

Die Naturwissenschaften boten auch praxisorientierte Einblicke: In der Physik experimentierten wir zum Thema Meteorologie, mit den Geographen untersuchten wir Bodenzusammensetzungen. Chemiker zeigten uns ihre Laborarbeitsplätze und stellten mit uns Duftstoffe und Aspirin her. Ein Highlight war das biologische Praktikum in einem Labor der Genetik, bei dem wir lernten, unsere eigene DNA zu extrahieren.

Besonders spannend war es, Fächer kennenzulernen, die nicht zu den typischen Studiengängen gehören, wie zum Beispiel Sinologie. Gerade dieser Vortrag über das Studium des Herzens im Alten China gefiel mir sehr gut und bot eine neue Perspektive.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich tolle Erfahrungen sammeln konnte und viele neue Freunde gefunden habe. Auf jeden Fall verfüge ich nun über eine bessere Vorstellung darüber, welche Studienmöglichkeiten ich nach dem Abitur habe. Ich bin sehr dankbar für diese spannende Zeit beim Unitag der LMU und freue mich schon auf mein eigenes Studium!

 

Hochbegabtenförderung in Form von Wahlkursen

Mathe-Plus-Kurs für Schülerinnen der 7. und 8. Jahrgangsstufen (Ansprechpartner: Frau Mock)

Um unsere Mathematik-begeisterten Schülerinnen der 7. und 8. Jahrgangsstufe zu fördern, bieten wir den Wahlunterricht „MathePlus“ an. Dort werden einerseits Knobelaufgaben gelöst, andererseits aber auch Themen aus Gebieten der Mathematik, für die im regulären Unterricht keine Zeit bleibt, besprochen; beispielsweise die Konstruktion von gotischem Maßwerk, Mathematik in der Kunst, Themen aus der Kryptographie und vieles mehr.

KluKis für Schülerinnen aus der 9. und 10. Jahrgangsstufe (Ansprechpartner: Frau Mock)

Für unsere naturwissenschaftlich besonders interessierten Schülerinnen aus der 9. und 10. Jahrgangsstufe organisieren wir circa vier Exkursionen pro Schuljahr, bei denen die Schülerinnen in Forschungseinrichtungen (z.B. Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie, MPI für Quantenoptik, ...) Einblick in die Tätigkeit von Wissenschaftlern nehmen, mit ihnen diskutieren und häufig auch selber experimentieren können. Auch die vom TUMLab (Experimentierlabor der Technischen Universität München im Deutschen Museum; www.tumlab.de) angebotenen Praktika im Deutschen Museum werden begeistert angenommen. Auf diese Weise können wir bei den Teilnehme­rinnen das Interesse weiter stärken und richtungsweisende Impulse vermitteln.

Kammermusik für Schülerinnen der 10. bis 12. Jahrgangsstufen (Ansprechpartner: Frau Dr. Wohlgenannt)

Der Wahlkurs Kammermusik richtet sich an besonders interessierte und begabte Schülerinnen, die ihre instrumentalen oder gesanglichen Fähigkeiten in kleinen Formationen erproben, mit dem Ziel der Vorbereitung gemeinsamer Konzertauftritte. Dabei werden Kompetenzen im kammermusikalischen Zusammenspiel vermittelt. Konkret sammeln die Schülerinnen Erfahrungen in der Abstimmung der Klangbalance und des Timings. Sie lernen, zwischen solistischen und begleitenden Aufgaben zu unterscheiden und diese klanglich umzusetzen. Fr. Dr. Wohlgenannt betreut dabei ein Ensemble aus zwei Querflöten, Saxophon, Kontrabass und Klavier sowie ein Liedduo Gesang/Klavier. Es werden jeweils aktuelle Beiträge für Kammerkonzerte vorbereitet. 

Begabtenförderung der Fachschaft Kunst 

Kunst erleben gehen? – Hier setzt die Idee des Projekts Kunstpaten an: Es ermög-licht interessierten Schülerinnen und Schülern in ihrer Freizeit einen intensiven Kontakt mit Kunst ohne Schulnoten.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung für künstlerisch-kulturelle Bildung art131 gestartet, umfasst das Projekt „Kunstpaten“mittlerweile vier Sparten: Bildende Kunst, Medienkunst, Film und Architektur. Zahlreiche Münchner Museen und Ausstellungen sowie die Münchner Filmhochschule öffnen ihre Türen für die Kunstpaten.
Mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler haben seit 2010/11 teilgenommen und sich an alte, neue und moderne Kunst oder sogar den eigenen Kurzfilm herangewagt. Weil sie Dank der Kunstpaten gelernt haben, Kunst sowohl im Kontext als auch auf ihre ganz eigene Art zu sehen – und darüber zu sprechen.

In diesem Schuljahr nehmen acht Schülerinnen des MJS an diesem Projekt teil. Betreut wird es von der Fachbetreuerin Kunst, Frau Fuß.

 

Für weitere Fragen wenden Sie sich gerne an StDin Sandra Martin (089 - 998435-0)