Ostern 2021 - Gelassenheit

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Ostergottesdienst - abgesagt? Ja und nein: Leider kein gemeinsamer Gottesdienst in der Kirche, aber: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Ergo: auch im Klassenzimmer! Im Rahmen des Religionsunterrichtes feierten wir heuer eine vorösterliche Andacht – Gruppe A – Gruppe B - oder alle zusammen gestreamt, bisweilen wirklich nur zu dritt … 

Thema: Gelassenheit - Unser Leben ist nicht nur virtuell und digital, sondern auch real und spirituell. Ich fand die stille Zeit und den Gottesdienst sehr beruhigend und entspannend. Es hat mir geholfen, meine Gedanken zu ordnen und loszulassen.“ Ihr könnt die Texte und Lieder hier noch einmal nachlesen und nachhören oder auch in einem „Hausgottesdienst“ nachfeiern.

Herzlich wünschen wir Euch und Ihnen allen erholsame Ferien in Gelassenheit und Hoffnung: Frohe Ostern!

Eure/Ihre Fachschaft Religion

P.S.: Glaube ist der Vogel, welcher singt, wenn die Nacht noch dunkel ist. (Rabindranath Tagore)

 

Regenbogen über Nordirland

Studienfahrt der Q11 nach Irland vom 16.-22. Oktober 2016 - durchgeführt von Frau Schwarz (Fachschaft Englisch) und Frau Dr. Graffam (Fachschaft Religion)

Regenbogen am Muschelstrand von Inch IslandGeregnet hat es häufig während der einwöchigen Studienfahrt der 21 Schülerinnen der Q11 (begleitet von Ursula Schwarz und Melanie Graffam-Minkus) nach Inch Island, ganz im Norden von Irland. Doch der Regen war kurz und gleich danach schien wieder die Sonne. Darum haben wir sehr viele Regenbögen gesehen – und fotografiert.

Den Regenbogen kann man rein physikalisch beschreiben: Das Sonnenlicht bricht sich in den Millionen von Wassertropfen in der Luft in seine Spektralfarben. In einem Land wie Irland, ist das ein tägliches Naturphänomen.

Doch man kann die Regenbögen auch in ihrer symbolischen Kraft lesen. Seit Jahrtausenden wird der Regenbogen als Zeichen des Friedens interpretiert. Als Zeichen der Versöhnung, dass nach dem Sturm, nach der Auseinandersetzung, der Frieden wieder einkehrt. In der Bibel ist der Regenbogen das Zeichen Gottes, dass es keine zweite Sintflut mehr geben wird. Der Regenbogen spannt sich von der einen zur anderen Seite des Himmels, eine farbige Brücke, wie ein Zeichen, dass Getrenntes wieder verbunden werden kann.

Ein Regenbogen über dem Nordirland-Konflikt

Regenbogen über DerryMein liebstes Foto von einem Regenbogen ist in der Stadt Derry  (oder Londonderry, wie die Nordiren den Ort nennen) entstanden. Diese Region war über Jahrzehnte, ja über Jahrhunderte hinweg Schauplatz von gewaltsamen Auseinandersetzungen („Troubles“), zwischen Katholiken und Protestanten, Engländern und Iren, Loyalisten oder Rebellen.

Aus erster Hand etwas zu erfahren über die Ursachen und die Lösung des Nordirland-Konflikts, das war das primäre Ziel der Studienreise.

Wir sind dort Männern begegnet, die eine unglaubliche Veränderung in ihrem Leben vollzogen haben: Aus früheren Freiheitskämpfern, Verbrechern oder Mitläufern wurden Botschafter des Friedens und der Versöhnung. Diese Männer waren bereit, ihre Erfahrungen offen zu teilen und haben dabei auch ihre Tränen nicht vor den Schülerinnen verborgen. Das hat uns sehr berührt. Die ehemaligen Kämpfer sehen es heute als ihre Aufgabe, den jungen Leuten von ihren Erfahrungen zu erzählen, damit sie es einmal besser machen.

Irland – ein Brennpunkt der großen Konflikte

Wir haben gelernt, diesen kleinen Ort in Irland als einen Brennpunkt zu begreifen, wo auf engstem Raum die Weltprobleme  zusammengekommen sind, Konflikte zwischen Kulturen, Religionen, sozialen Schichten und Machtansprüchen.

Wir haben diesen kleinen Ort aber auch als einen Hoffnungsort kennengelernt, an dem uns Menschen begegneten, die aus diesem Konflikt herausgefunden haben.

Was ich mitgenommen habe

Festliches Abendessen am Vorabend der AbreiseAus den Gesprächen habe ich persönlich mitgenommen:

  • Wandel ist möglich. Häufig ist ein spirituelles Erlebnis der Auslöser.
  • Bildung ist ein hohes Gut, man kann es gar nicht hoch genug schätzen.  Unwissenheit führt zu Vorurteilen und Hass.
  • Reine Religionskriege gibt es nicht. Konflikte sind immer Ausdruck sozialer, politischer und auch religiöser Ungerechtigkeit.


Am Ende der Reise habe ich verstanden, warum wir so häufig die Regenbögen fotografiert haben: Sie sind ein Sinnbild für Versöhnung, die auch nach schlimmen Konflikten – wie in Irland - möglich ist. Und sie sind ein Symbol für Schönheit, Hoffnung und Lebensfreude!

Dr. Melanie Graffam-Minkus, Religionslehrerin

(weitere Reiseberichte von Schülerinnen folgen und finden sich auf der Fachschaftseite Englisch)