Umweltbildung geht alle Fächer an!

Umweltbildung - UmsetzungstheorieWer nachhaltig denken und handeln will, wird das in allen Bereichen tun. Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit lassen sich nicht in eine Ecke schieben oder in einem bestehenden Schulfach komprimieren. Auch hier gilt das Prinzip der Ganzheitlichkeit. Die Trennung von Natur, Technik, Wirtschaft und Mensch darf nicht weiter bestehen, wenn die große gesellschaftliche Transformation in ein nachhaltiges Anthropozän gelingen soll.

Dieser Transformationsprozess in ein neues Zeitalter – wie ihn Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung zu globalen Umweltveränderungen (WBGU), in seinem FAZ-Artikel vom 12.10.2011 beschreibt – stellt eine gewaltige Herausforderung an die heutige Zivilisation dar und sollte aber gleichzeitig als Chance für neue Bildungs- und Partizipationskonzepte verstanden werden.

Wer aufmerksam die Schulbücher des Fächerkanons vergleicht, wird erkennen, dass die Themen Natur, Energie, Klima und Globalisierung in vielen Fächern (oft auch parallel) behandelt werden. Die Aufstellung zeigt dies und soll eine bessere Verzahnung ermöglichen. Lehrkräfte können sich abstimmen, Ziele bzw. Problemstellungen festlegen und idealerweise in interdisziplinären Projekten zusammenarbeiten. Jedes beteiligte Fach kann so mit seiner Methodik und Zielstellung einen Beitrag leisten. Auf diese Weise kann es gelingen, das ganzheitliche Denken, Handeln und Lernen in den Vordergrund zu rücken. Die Schülerinnen erkennen dabei, dass der dualistische Gegensatz zwischen Natur und Kultur/Technik nicht mehr sinnvoll ist, da Natursphären und Anthroposphäre systemisch miteinander verbunden sind und entsprechend interagieren.